Unser erstes Sprachcamp

„1941 lag meine 7-jährige Tochter Karin mit einer Lungenentzündung im Bett. Jeden Abend, wenn ich an ihrem Bett saß, quengelte sie auf typisch kindliche Art: „Erzähl’ mir was!” Und als ich sie eines Abends ziemlich erschöpft fragte: „Was soll ich dir denn erzählen?”, da antwortete sie: „Erzähl’ mir was von Pippi Langstrumpf!” Sie hatte den Namen gerade in dem Augenblick erfunden. Ich fragte sie nicht, wer Pippi Langstrumpf war, sondern fing einfach an zu erzählen.” (Astrid Lindgren, 2002)

Diese Anekdote über die Entstehung des wohl bekanntesten Kinderbuches Astrid Lindgrens ist nur eine von vielen, die die Kinder über die Namensgeberin ihrer Schule während des ersten Sprachcamps erfahren konnten.

Rund 32 Kinder aus allen vier Schuljahren und vorwiegend mit Migrationshintergrund nahmen an der Projektwoche in den Osterferien teil.

Vom 2. bis zum 5. April standen neben Pippi Langstrumpf auch Ronja Räubertochter, Michel aus Lönneberga und Kalle Blomquist, der Meisterdetektiv auf dem Programm.

Ziel des Sprachcamps war es, in entspannter Atmosphäre und in spielerischer Weise die Sprach-, Lese- und Erzählkompetenzen der Kinder zu fördern.

Nachdem sich zu Beginn des Projekts jedes Kind für eines der Bücher entschieden hatte, trafen sich die vier Gruppen täglich, um gemeinsam zu lesen, zu diskutieren und zu mutmaßen, wie die jeweilige Geschichte wohl weitergehen könnte. Es war schön zu beobachten, wie sich alle Kinder – auch die, die sich im Unterricht sonst eher zurückhaltend und still präsentierten – an den Gesprächen beteiligten.

Während Kalle Blomquists „Kollegen” im Internet dem Leben und Wirken Astrid Lindgrens auf der Spur waren, nach dem Rezept für die köstlichen Zimtwecken recherchierten und knifflige Schnitzeljagden auf dem Schulgelände organisierten, bauten Pippi Langstrumpfs Freundinnen und Freunde auf dem Schulhof ein großes Insektenhotel, bastelten kleine Schatzkisten für ihre Fundstücke und lernten, sich so phantasievoll fortzubewegen wie Pippi.

Ronjas „Räubertöchter” bauten sich eine kuschelige Lesehöhle, filzten kleine Decken, „um zu sehen, wie die alten Leute so gelebt haben” und lernten noch ein paar neue Schimpfwörter dazu: „Zum Donnerdrummel” hört man seitdem nun öfter an unserer Schule.

Auch die Fans von „Michel aus Lönneberga” wissen nun, welche Streiche zu früheren Zeiten gespielt wurden. Außerdem kneteten die Kinder Figuren aus dem Buch, malten und lernten einiges über Michels Heimat.

Am Ende des Projekts konnten alle Gruppen stolz über das, was sie erlebt, gelernt und erarbeitet hatten, berichten. Einige der Kinder bedauerten, dass es der letzte Tag war und freuten sich bei Pizza und Eis schon auf das Sprachcamp im nächsten Jahr.

Dass wir alle so konzentriert und gut in unserem Projekt arbeiten konnten, lag vor allem auch an der Unterstützung der vier Mütter, die nicht nur für das leibliche Wohl aller Teilnehmenden gesorgt haben. Ohne sie hätte das Sprachcamp in dieser Form nicht stattfinden können.
Einen ganz herzlichen Dank dafür!

Hej då bis zum nächsten Mal!
(ko)

Informationen über Astrid Lindgren im Netz:

www.astrid-lindgren.de
www.efraimstochter.de